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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Aktien von Siemens Energy ragen am Mittwoch positiv heraus unter einer Flut an Berichtsunternehmen. Mit einem Kurssprung um mehr als elf Prozent profitierten sie am Morgen davon, dass der Energietechnik-Konzern nach einem starken zweiten Geschäftsquartal seine diesjährige Umsatzprognose kräftig nach oben schraubte. Mit zuletzt gezahlten 22,21 Euro setzten sich die Aktien erstmals seit Juni 2023 wieder deutlich von der 20-Euro-Marke nach oben ab. Sie konnten damit weite Teile einer damals entstandenen Kurslücke wieder schließen.

Nach zahlreichen Gewinnwarnungen, die es zuletzt gab, sendet das Unternehmen nun wieder bessere Nachrichten. Der Energietechnikkonzern habe mit seinen Resultaten positiv überrascht, schrieb Analystin Supriya Subramanian von der Schweizer Großbank UBS in einem ersten Kommentar. Die Gewinnerwartungen des Marktes dürften ihrer Einschätzung nach im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich steigen.

Für Akash Gupta von der US-Bank JPMorgan war es die größte positive Überraschung, dass das Unternehmen jetzt im Gesamtjahr mit einem klar positiven Zufluss von Zahlungsmitteln rechnet. Das angehobene Ziel für den Free Cashflow sei beeindruckend, pflichtete dem Simon Toennessen von Jefferies Research bei. Neben dem Barmittelzufluss sei im ersten Quartal auch die Auftragsentwicklung stark gewesen.

Die Entwicklung im zweiten Geschäftsquartal zeuge "von der anhaltend starken Nachfrage nach unserer Energiewende-Technologie sowie ersten Erfolgen bei der Stabilisierung des Windgeschäfts", sagte Konzernchef Christian Bruch. Statt um 3 bis 7 Prozent soll der Umsatz im laufenden Jahr nun um 10 bis 12 Prozent wachsen - ein Unterschied im Milliardenbereich.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor verlustreichen Geschäfte bei der Windkraft-Tochter Gamesa soll ein inzwischen begonnenes Sanierungsprogramm helfen, das Sorgenkind bis zum Jahr 2026 zurück in die schwarzen Zahlen zu bringen. Laut dem JPMorgan-Experten Gupta gab es hier eine zweite bedeutende Überraschung, nämlich den Rücktritt des Gamesa-Chefs Jochen Eickholt.

In der zweiten Jahreshälfte 2023 war der Siemens-Energy-Kurs vor allem wegen Gamesa deutlich eingebrochen. Wurden im Juni des vergangenen Jahres noch Kurse knapp über dem jetzt wieder erreichten Kursniveau bezahlt, sackte der Aktienwert bis Ende Oktober auf ein Rekordtief von nur noch 6,40 Euro ab. Seitdem hat sich der Kurs jetzt schon wieder mehr als verdreifacht.

Siemens Energy ist seit der Abspaltung von Siemens im September 2020 an der Börse notiert. Siemens hält immer noch Anteile an dem derzeit mit knapp 18 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens. Der erste Kurs im Herbst 2020 hatte bei 22 Euro gelegen. Damit hat das Papier aktuell wieder das Niveau vom Anfang erreicht. Wenige Monate nach dem Börsenstart war der Kurs bis auf 34,48 Euro und damit den bisher höchsten Stand geklettert, bevor es peu à peu nach unten ging./tih/nas/zb

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